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2011-09-21 03:44
Eine kürzlich auf der Webseite des Bundestags veröffentlichte Petition verlangt ein europaweites Verbot der Vorratsdatenspeicherung. Ex-Innenminister Otto Schily (SPD) und der aktuelle Amtsinhaber Hans-Peter Friedrich (CSU) sprechen sich hingegen für eine Rückkehr zur Vorratsdatenspeicherung aus.
Der Bürgerrechtler Uwe Steffens vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung begründet sein Anliegen damit, dass eine verdachtsunabhängige Datensammlung sowohl Berufsgeheimnisse aushöhle, als auch Datenpannen und -missbrauch begünstige. Indem sie ebenso den Schutz journalistischer Quellen untergrabe, verletze sie damit auch die Pressefreiheit. Zudem sei nicht nachgewiesen worden, dass die Sammlung dieser Daten bei der Verfolgung von Straftaten erforderlich ist.
In der schwarz-gelben Regierungskoalition ist derzeit heftig umstritten, ob man die EU-Vorgaben zur Protokollierung von Nutzungsdaten umsetzen sollte. Angesichts der jüngsten Festnahme von zwei Terrorverdächtigen in Berlin, drängen Schily und Friedrich auf eine zügige Wiedereinführung. Vorbehalte gegen die Regelung seien laut Schily „vollkommener Unsinn“.
Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) möchte sich allerdings nicht hetzen lassen und die Debatte über eine Datensammlung nicht vor dem Hintergrund der letzten konkreten Ereignisse führen. Nach Leutheusser-Schnarrenberger sei die alte Regelung zu Recht für verfassungswidrig erklärt worden. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) macht nun erneut Druck, diesen Dauerstreit endlich mit Hilfe einer Neuregelung zu beenden. Darin müssen die zugrunde liegenden EU-Richtlinie umgesetzt und die Vorgaben des Verfassungsgerichts befolgt werden.
Laut einer von der Unionsfraktion selbst in Auftrag gegebene Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach, sind zwei Drittel der deutschen Bürger gegen die anlasslose Vorratsdatenspeicherung. Bis Anfang Oktober steht die Petition noch zur Mitzeichnung offen. Einzige verbindliche Vorschrift zu Petitionen ist, dass eine öffentliche Anhörung vom zuständigen parlamentarischen Ausschuss eingeleitet wird, wenn innerhalb von drei Wochen 50.000 Unterzeichner zusammenkommen.
Petition: Verbot der Vorratsdatenspeicherung